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Microstrahlen erodierter Oberflächen:
Sowohl beim Draht- als auch beim Senkerodieren entsteht durch die hohen Temperaturen (3500° C) beim funkenerosiven Abtrag eine sogenannte weisse Zone (Martensit/Zementit). Es handelt sich dabei um wieder erstarrte Schmelze, die, abhängig von der Wärmeableitung in das Werkstück und in das Dielektrikum, kristallin aufgebaut wird. Die Schmelze hat einen hohen Kohlenstoffgehalt. Metallographische Untersuchungen der Firma Böhler Stahl haben bestätigt, dass diese Zone je nach Abtragungsleistung (Entladeenergie) unterschiedlich dick ist (0 bis 0,2 mm). Die Struktur der erodierten Oberfläche ist unregelmässig, zerklüftet und zeigt Schmelzüberlappungen.

Es ist wichtig zu wissen, dass bei jedem funkenerosiven Prozess eine solche weisse Zone – beim Hartmetall auch Schmelzzone genannt – entsteht und dass diese Schicht nur negative Eigenschaften aufweist. Sie kann weder geätzt (Strukturätzen), nitriert (Gas- und Badnitrieren) noch beschichtet (galvanisch, PVD oder CVD) werden. Das Fazit dabei ist: Die weisse Zone muss von der Formoberfläche entfernt werden.

Unterschiedlich dicke weisse Schicht auf der Formoberfläche (rechts) und durch Microstrahlen gereinigte Formoberfläche, metallisch blank und mit einer verbesserten Oberflächengüte (links).

Die Microstrahltechnik zielt auf die saubere Entfernung der weissen Zone ab, mit gleichzeitiger Verbesserung der Oberflächenrauhigkeit nach VDI 3400, beispielsweise von Klasse 24 auf 21 oder von Klasse 21 auf 18. Dabei lassen sich mit speziell definierten Korngrössen und –geometrien auch Oberflächenrauheiten von kleiner Ra 0,5 µm erzielen.
 
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